
Sunshine Cleaning - von Martin Schwarz
Filmstart: 21.5.;
Regie: Christine Jeffs
Darsteller: Amy Adams, Emily Blunt, Alan Arkin u.a.
Früher, in der Highschool, da war Rose (Amy Adams) der Star, als Cheerleader und Freundin des Quarterbacks. Heute, da zieht Rose ihren etwas schrägen Sohn Oscar (Jason Spevack) alleine groß, schlägt sich als Putze durch und hat eine Affäre mit dem verheirateten Detective Mac (Steve Zahn). Das zufällige Treffen mit einer früheren Klassenkameradin ist da nur peinlich.
Nicht viel besser steht es um Rose‘ Schwester Norah (Emily Blunt). Die wohnt immer noch bei Dad (Alan Arkin) und bekommt es mit ihrer Schusseligkeit sogar fertig, den Job als Bedienung zu vermasseln. Bis Mac die Idee kommt, dass mit der Reinigung von blutverschmierten Tatorten viel Geld zu verdienen ist. Rose und Norah gründen kurzerhand die Firma „Sunshine Cleaning" und plagen sich fortan mit blutbespritzten Wänden und völlig versifften Wohnungen herum. Aber die Kohle, die stimmt. Tja, bis Norah mal wieder über ihre Schusseligkeit stolpert…
Die hübsche Filmidee „Eine Putzfirma für Blutbäder" hätte leicht als schwarzhumoriger Klamauk umgesetzt werden können. Doch Regisseurin Christine Jeffs und ihre Drehbuchautorin Megan Holly hatten zum Glück Differenzierteres im Sinn. Denn ihre Geschichte erzählt vor allem von zwei Schwestern, die noch nicht viel Glück im Leben gehabt haben und verzweifelt daran feilen, ihren American Dream umzusetzen.
So mischen sich in die durchaus amüsanten Putzszenen immer wieder tragische Untertöne, die auch dank der vielschichtigen Figurenzeichnungen für Tiefe sorgen. Sehr schön auch die Besetzung mit Amy Adams (oscarnominiert für „Glaubensfrage"), Emily Blunt (die Chefsekretärin aus „Der Teufel trägt Praga") und Routinier Alan Arkin. Der war auch schon beim emotional ähnlichen gelagerten „Little Miss Sunshine" dabei, der wie dieses Werk hier von Big Beach produziert wurde.
Martin Schwarz
Stand: 15.05.09